UNSER GLOSSAR VON A BIS Z
Was bedeutet PSA? Welche Anforderungen gelten für Sicherheitsschuhe? Was ist der Unterschied zwischen Arbeitskleidung und Schutzkleidung? In unserem Glossar erklären wir wichtige Fachbegriffe rund um Arbeitskleidung, Berufsbekleidung, persönliche Schutzausrüstung und Textilveredelung verständlich und praxisnah.
Fehlt Ihnen ein Begriff?
Arbeitskleidung, Arbeitsschutz und Textilveredelung bringen zahlreiche Fachbegriffe mit sich. Ihnen fehlt eine Erklärung oder Sie sind auf einen Begriff gestoßen, den wir noch nicht aufgenommen haben? Senden Sie uns Ihren Begriff, wir erweitern unser Glossar regelmäßig um relevante Fragen und Fachbegriffe.
ARBEITSBEKLEIDUNG & BERUFSBEKLEIDUNG
PSA & ARBEITSSCHUTZ
Was ist Arbeitskleidung?
Arbeitskleidung bezeichnet Kleidung, die speziell für die Anforderungen des beruflichen Alltags ausgewählt oder entwickelt wird. Sie unterstützt Beschäftigte bei ihrer täglichen Arbeit und kann je nach Einsatzbereich beispielsweise besonders strapazierfähig, funktional, bequem oder witterungsbeständig sein.
Typische Arbeitskleidung umfasst Arbeitshosen, Arbeitsjacken, Westen, Shirts, Pullover und wetterfeste Bekleidung. Welche Arbeitskleidung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Tätigkeit, den Arbeitsbedingungen und den Anforderungen des Unternehmens ab.
Arbeitskleidung ist nicht automatisch Schutzkleidung. Schutzkleidung dient dem Schutz vor bestimmten Gefahren und kann als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) besonderen gesetzlichen und normativen Anforderungen unterliegen.
Verwandte Begriffe: Berufsbekleidung · Workwear · Schutzkleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was ist Berufsbekleidung?
Berufsbekleidung ist Kleidung, die für die Ausübung eines bestimmten Berufs oder für Beschäftigte einer bestimmten Branche vorgesehen ist. Neben funktionalen Anforderungen kann sie auch dazu dienen, Mitarbeitende einheitlich und professionell auftreten zu lassen.
Zur Berufsbekleidung zählen beispielsweise Kleidung für Handwerk, Industrie, Gastronomie, Pflege, Medizin oder Dienstleistungsberufe. Je nach Einsatzgebiet stehen unterschiedliche Anforderungen wie Komfort, Hygiene, Funktionalität oder ein einheitliches Erscheinungsbild im Vordergrund.
Die Begriffe Berufsbekleidung und Arbeitskleidung werden häufig synonym verwendet. Berufsbekleidung kann jedoch stärker auf das Berufsbild und das Erscheinungsbild ausgerichtet sein, während bei Arbeitskleidung häufig die praktischen Anforderungen der Tätigkeit im Mittelpunkt stehen.
Verwandte Begriffe: Arbeitskleidung · Workwear · Corporate Wear · Teamkleidung
Was bedeutet Workwear?
Workwear ist die englische Bezeichnung für Arbeitskleidung und beschreibt funktionale Bekleidung, die für den beruflichen Einsatz konzipiert ist. Sie verbindet je nach Tätigkeit Robustheit, Bewegungsfreiheit, Tragekomfort und praktische Funktionen.
Typische Workwear sind Arbeitshosen, Arbeitsjacken, Westen, Shirts oder wetterfeste Kleidungsstücke. Zusätzliche Funktionen wie Werkzeugtaschen, verstärkte Belastungszonen oder Stretchbereiche können die Kleidung an die Anforderungen bestimmter Tätigkeiten anpassen.
Der Begriff Workwear wird heute häufig als moderner Oberbegriff für funktionale Arbeits- und Berufsbekleidung verwendet. Nicht jede Workwear ist jedoch automatisch Persönliche Schutzausrüstung (PSA).
Verwandte Begriffe: Arbeitskleidung · Berufsbekleidung · Funktionskleidung · Schutzkleidung
Was ist Corporate Fashion?
Corporate Fashion bezeichnet ein auf die Unternehmensidentität abgestimmtes Bekleidungskonzept für Mitarbeitende. Dabei werden Farben, Schnitte, Materialien und die Darstellung des Firmenlogos so gewählt, dass die Kleidung zum visuellen Erscheinungsbild und zur Marke eines Unternehmens passt.
Im Mittelpunkt steht nicht nur ein einheitliches Auftreten. Corporate Fashion soll gleichzeitig funktional, komfortabel und für die jeweiligen Tätigkeiten der Mitarbeitenden geeignet sein. Sie kann beispielsweise im Verkauf, auf Messen, im Außendienst, in der Gastronomie oder in anderen Bereichen mit Kundenkontakt eingesetzt werden.
Im Unterschied zu klassischer Arbeitskleidung spielt bei Corporate Fashion die bewusste Verbindung von Funktion, Design und Corporate Identity eine besonders wichtige Rolle.
Verwandte Begriffe: Corporate Wear · Teamkleidung · Berufsbekleidung · Logoveredelung
Was versteht man unter Teamkleidung?
Teamkleidung bezeichnet einheitliche oder aufeinander abgestimmte Kleidung, durch die die Zugehörigkeit zu einem Unternehmen, Verein oder Team sichtbar wird. Sie schafft ein gemeinsames Erscheinungsbild und kann gleichzeitig zur Wiedererkennbarkeit beitragen.
Typische Teamkleidung umfasst beispielsweise T-Shirts, Poloshirts, Hoodies, Jacken oder Westen in einheitlichen Farben und Designs. Durch die Veredelung mit Unternehmenslogos, Namen oder anderen Gestaltungselementen lässt sich die Kleidung zusätzlich individualisieren. Je nach Material und Anforderung kommt dabei ein hochwertiger, edler Stick oder ein strapazierfähiger Textildruck zum Einsatz
Im Unternehmenskontext kann Teamkleidung sowohl intern als auch bei Veranstaltungen, Messen oder im direkten Kundenkontakt eingesetzt werden.
Verwandte Begriffe: Corporate Wear · Corporate Fashion · Berufsbekleidung · Logoveredelung
Was ist Corporate Wear?
Corporate Wear bezeichnet einheitliche Unternehmensbekleidung, die auf das Erscheinungsbild und die Corporate Identity eines Unternehmens abgestimmt ist. Sie sorgt dafür, dass Mitarbeitende gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit als Teil des Unternehmens erkennbar auftreten.
Corporate Wear kann beispielsweise aus Poloshirts, Hemden, Blusen, Pullovern, Jacken oder Hosen bestehen. Unternehmensfarben, Logos und einheitliche Gestaltungselemente unterstützen dabei einen konsistenten Markenauftritt.
Corporate Wear und Corporate Fashion werden häufig ähnlich verwendet. Während Corporate Wear allgemein die einheitliche Unternehmensbekleidung beschreibt, betont Corporate Fashion stärker den modischen und gestalterischen Charakter eines ganzheitlichen Bekleidungskonzepts.
Verwandte Begriffe: Corporate Fashion · Teamkleidung · Berufsbekleidung · Logoveredelung
Was ist Funktionskleidung und welche Vorteile bietet sie?
Funktionskleidung ist Bekleidung, deren Materialien und Eigenschaften gezielt auf bestimmte funktionale Anforderungen abgestimmt sind. Dazu können beispielsweise Atmungsaktivität, Feuchtigkeitsmanagement, Bewegungsfreiheit, Wärmeisolierung oder Schutz vor Witterung gehören.
Im beruflichen Einsatz kann Funktionskleidung den Tragekomfort bei körperlicher Arbeit oder wechselnden Umgebungsbedingungen verbessern. Je nach Einsatzbereich kommen beispielsweise atmungsaktive Materialien, Stretchgewebe oder wasser- und windabweisende Konstruktionen zum Einsatz.
Funktionskleidung ist nicht automatisch Schutzkleidung oder Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Entscheidend ist, ob das Kleidungsstück eine definierte Schutzfunktion erfüllt und den dafür geltenden Anforderungen entspricht.
Verwandte Begriffe: Workwear · Stretchgewebe · Atmungsaktivität · Wetterschutzkleidung
Was ist Persönliche Schutzausrüstung (PSA)?
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) umfasst Ausrüstungsgegenstände, die Beschäftigte tragen oder benutzen, um sich vor Gefährdungen für ihre Sicherheit und Gesundheit zu schützen. Sie kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn Risiken durch technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen nicht ausreichend vermieden oder reduziert werden können.
Zur PSA können je nach Tätigkeit beispielsweise Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, Schutzhelme, Schutzbrillen, Gehörschutz, Atemschutz oder Schutzhandschuhe gehören. Welche PSA erforderlich ist, wird anhand der jeweiligen Gefährdungen und der Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz bestimmt.
Verwandte Begriffe: Schutzkleidung · Sicherheitsschuhe · Warnschutzkleidung · Multinorm-Kleidung
Was zählt zur Schutzkleidung?
Schutzkleidung ist Bekleidung, die den Körper vor einer oder mehreren Gefährdungen am Arbeitsplatz schützen soll und zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gehören kann. Je nach Einsatzbereich schützt sie beispielsweise vor Hitze und Flammen, Chemikalien, elektrischen Gefährdungen, schlechter Sichtbarkeit oder Witterungseinflüssen.
Welche Schutzkleidung benötigt wird, richtet sich nach den vorhandenen Gefährdungen und den für den jeweiligen Einsatzbereich geltenden Anforderungen und Normen.
Normale Arbeits- oder Berufsbekleidung ist nicht automatisch Schutzkleidung. Entscheidend ist die vorgesehene Schutzfunktion.
Verwandte Begriffe: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) · Warnschutzkleidung · Multinorm-Kleidung · Hitzeschutz- und Flammschutzkleidung
Was ist Warnschutzkleidung und wann ist sie erforderlich?
Warnschutzkleidung ist Schutzkleidung, die die Sichtbarkeit einer Person bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen erhöht und dadurch das Risiko des Übersehens verringern soll. Charakteristisch sind auffällige fluoreszierende Materialien sowie retroreflektierende Flächen.
Sie wird insbesondere in Arbeitsbereichen eingesetzt, in denen Beschäftigte durch Fahrzeuge, Maschinen oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden können. Dazu zählen beispielsweise Straßenbau, Logistik oder Arbeiten in Verkehrsbereichen.
Die Anforderungen an hochsichtbare Warnkleidung werden unter anderem durch die EN ISO 20471 geregelt. Welche Warnschutzklasse erforderlich ist, hängt vom konkreten Einsatzbereich und der Gefährdungsbeurteilung ab.
Verwandte Begriffe: EN ISO 20471 · Schutzkleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was ist Multinorm-Kleidung?
Multinorm-Kleidung ist Schutzkleidung, die mehrere Schutzfunktionen in einem Kleidungsstück kombiniert und entsprechend mehreren Anforderungen bzw. Normen entsprechen kann. Sie wird vor allem dort eingesetzt, wo Beschäftigte gleichzeitig unterschiedlichen Gefährdungen ausgesetzt sind.
Je nach Ausführung kann Multinorm-Kleidung beispielsweise Schutz gegen Hitze und Flammen, Schweißarbeiten, elektrostatische Gefährdungen oder thermische Gefahren eines elektrischen Lichtbogens bieten.
Welche Schutzfunktionen tatsächlich vorhanden sind, lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung „Multinorm“ ableiten. Entscheidend sind die Kennzeichnung und die Normen, nach denen das konkrete Kleidungsstück geprüft und zertifiziert wurde.
Verwandte Begriffe: EN ISO 11612 · EN ISO 11611 · EN 1149-5 · IEC 61482-2 · Schutzkleidung
Was sind Sicherheitsschuhe und wann werden sie benötigt?
Sicherheitsschuhe sind Schuhe mit besonderen Schutzeigenschaften, die die Füße bei beruflichen Tätigkeiten vor bestimmten Gefährdungen schützen sollen. Ein wesentliches Merkmal von Sicherheitsschuhen nach EN ISO 20345 ist eine Zehenschutzkappe, die Anforderungen an die Stoß- und Druckeinwirkung erfüllen muss.
Je nach Ausführung können Sicherheitsschuhe weitere Eigenschaften besitzen, beispielsweise Schutz gegen Durchtritt, Rutschhemmung oder bestimmte thermische und mechanische Einwirkungen.
Ob und welche Sicherheitsschuhe am Arbeitsplatz erforderlich sind, richtet sich nach den vorhandenen Gefährdungen und der Gefährdungsbeurteilung.
Verwandte Begriffe: EN ISO 20345 · Sicherheitsschuhklassen · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Welche Sicherheitsschuhklassen gibt es?
Sicherheitsschuhe werden anhand ihrer Schutzeigenschaften verschiedenen Klassen beziehungsweise Kategorien zugeordnet. Die Klassifizierung erleichtert die Auswahl eines Schuhs entsprechend den Gefährdungen und Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes.
Zu den bekannten Kennzeichnungen gehören beispielsweise SB, S1, S2 und S3. Mit der aktuellen EN ISO 20345 wurden darüber hinaus unter anderem die Kategorien S6 und S7 sowie differenziertere Kennzeichnungen für bestimmte Zusatzeigenschaften eingeführt.
|
Klasse |
Wesentliche Eigenschaften |
Typische Einordnung |
|---|---|---|
|
SB |
Grundanforderungen einschließlich Zehenschutzkappe |
Basisschutz |
|
S1 |
SB + geschlossener Fersenbereich + antistatische Eigenschaften + Energieaufnahme im Fersenbereich |
Trockene Arbeitsbereiche |
|
S2 |
S1 + Schutz des Schuhoberteils gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme |
Bereiche mit zeitweiliger Feuchtigkeit |
|
S3 |
S2 + Durchtrittschutz + profilierte Laufsohle |
Anspruchsvollere Arbeitsbereiche, z. B. Bau und Handwerk |
|
S4 |
Grundanforderungen für Schuhe der Klasse II + antistatische Eigenschaften + Energieaufnahme im Fersenbereich |
Wasserdichte Schuhe aus Polymer-/Gummimaterialien |
|
S5 |
S4 + Durchtrittschutz + profilierte Laufsohle |
Nasse und anspruchsvollere Arbeitsbereiche |
|
S6 |
S2 + Wasserdichtigkeit des gesamten Schuhs |
Arbeitsbereiche mit stärkerer Nässeeinwirkung |
|
S7 |
S3 + Wasserdichtigkeit des gesamten Schuhs |
Nasse Arbeitsbereiche mit zusätzlichen mechanischen Gefährdungen |
Welche Klasse benötigt wird, hängt nicht allein vom Beruf ab, sondern von der konkreten Gefährdungsbeurteilung und den Bedingungen am Arbeitsplatz.
Verwandte Begriffe: Sicherheitsschuhe · EN ISO 20345 · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Wann ist Knieschutz bei der Arbeit erforderlich?
Knieschutz dient dazu, die Knie bei knienden Tätigkeiten vor mechanischen Belastungen und bestimmten Gefährdungen durch den Untergrund zu schützen. Er wird beispielsweise bei Arbeiten im Bau-, Handwerks- oder Montagebereich eingesetzt, bei denen Beschäftigte regelmäßig oder über längere Zeit knien.
Knieschutz kann unter anderem aus separaten Knieschonern oder aus Kniepolstern bestehen, die in dafür vorgesehene Taschen einer Arbeitshose eingesetzt werden.
Die EN 14404 legt Anforderungen an Knieschutz für Arbeiten in kniender Haltung fest.
Verwandte Begriffe: EN 14404 · Persönliche Schutzausrüstung (PSA) · Arbeitskleidung
Was ist Wetterschutzkleidung?
Wetterschutzkleidung ist Bekleidung, die Beschäftigte bei Arbeiten im Freien vor Witterungseinflüssen wie Regen, Nässe und Wind schützen soll. Sie wird insbesondere bei Tätigkeiten eingesetzt, die unabhängig von wechselnden Wetterbedingungen im Außenbereich ausgeführt werden.
Wichtige Eigenschaften können Wasserdichtigkeit und Wasserdampfdurchgangswiderstand sein. Für Schutzkleidung gegen Regen ist insbesondere die EN 343 relevant, die entsprechende Leistungsanforderungen und Prüfverfahren definiert.
Wetterschutzkleidung kann je nach Produkt mit weiteren Funktionen, beispielsweise Warnschutz, kombiniert werden.
Verwandte Begriffe: EN 343 · Wasserdichtigkeit · Atmungsaktivität · Warnschutzkleidung
Was ist Hitze- und Flammschutzkleidung?
Hitze- und Flammschutzkleidung ist Schutzkleidung, die den Körper bei bestimmten Tätigkeiten vor Hitze und Flammeneinwirkung schützen soll. Je nach Ausführung kann sie Schutz bei Kontakt mit Flammen sowie gegenüber konvektiver oder strahlender Wärme und weiteren thermischen Einwirkungen bieten.
Sie kommt beispielsweise in industriellen Arbeitsbereichen zum Einsatz, in denen entsprechende thermische Gefährdungen bestehen. Die benötigte Schutzleistung richtet sich nach der konkreten Tätigkeit und Gefährdungsbeurteilung.
Für Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen ist unter anderem die EN ISO 11612 relevant. Für Schweißarbeiten und verwandte Verfahren gelten wiederum spezifische Anforderungen, beispielsweise nach EN ISO 11611.
Verwandte Begriffe: EN ISO 11612 · EN ISO 11611 · Multinorm-Kleidung · Schutzkleidung
NORMEN & ZERTIFIZIERUNGEN
Was regelt die EN ISO 20345 für Sicherheitsschuhe?
Die EN ISO 20345 legt grundlegende und zusätzliche Anforderungen an Sicherheitsschuhe für den beruflichen Einsatz fest. Ein wesentliches Merkmal von Sicherheitsschuhen nach dieser Norm ist der Schutz der Zehen durch eine Zehenschutzkappe, die einer Prüfenergie von 200 Joule standhalten muss.
Darüber hinaus definiert die Norm verschiedene Anforderungen und Kennzeichnungen für zusätzliche Schutzeigenschaften. Dazu zählen je nach Ausführung beispielsweise Durchtrittschutz, Energieaufnahme im Fersenbereich oder Schutz gegen das Eindringen und die Aufnahme von Wasser.
Sicherheitsschuhe werden entsprechend ihrer Eigenschaften unterschiedlichen Schutzklassen beziehungsweise Kategorien wie SB, S1, S2 oder S3 zugeordnet. Die aktuelle Norm berücksichtigt darüber hinaus unter anderem die Kategorien S6 und S7.
Verwandte Begriffe: Sicherheitsschuhe · Sicherheitsschuhklassen · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was bedeutet die EN ISO 20471 bei Warnschutzkleidung?
Die EN ISO 20471 legt Anforderungen an hochsichtbare Warnkleidung fest, die die Sichtbarkeit von Personen in Gefahrensituationen verbessern soll. Dabei werden unter anderem Anforderungen an fluoreszierendes Hintergrundmaterial und retroreflektierende Materialien definiert.
Die Norm unterscheidet Warnschutzkleidung in die Klassen 1, 2 und 3, wobei Klasse 3 die höchste Sichtbarkeitsstufe darstellt. Die Einstufung hängt unter anderem von den vorgeschriebenen Mindestflächen der sichtbaren Materialien ab.
Welche Warnschutzklasse für eine Tätigkeit erforderlich ist, richtet sich nach den konkreten Arbeitsbedingungen und der Gefährdungsbeurteilung.
Verwandte Begriffe: Warnschutzkleidung · Schutzkleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was regelt die EN ISO 11612 für Hitzeschutzkleidung?
Die EN ISO 11612 legt Anforderungen an Schutzkleidung fest, die den Körper des Trägers vor Hitze und Flammen schützen soll. Sie ist für Arbeitsbereiche relevant, in denen Beschäftigte verschiedenen thermischen Gefährdungen ausgesetzt sein können.
Die Norm berücksichtigt unterschiedliche Arten der Hitzeeinwirkung. Dazu gehören unter anderem begrenzte Flammenausbreitung sowie konvektive und strahlende Wärme. Je nach Schutzkleidung können außerdem weitere thermische Einwirkungen berücksichtigt werden.
Buchstaben- und Zahlenkennzeichnungen geben an, gegen welche Hitzeeinwirkungen ein Kleidungsstück geprüft wurde und welches Leistungsniveau erreicht wurde.
Verwandte Begriffe: Hitze- und Flammschutzkleidung · Multinorm-Kleidung · Schutzkleidung
Was bedeutet die EN ISO 11611 bei Schutzkleidung?
Die EN ISO 11611 legt Anforderungen an Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren fest. Sie soll den Träger unter anderem vor kleinen Spritzern geschmolzenen Metalls, kurzem Kontakt mit Flammen und bestimmter Strahlungswärme schützen.
Die Norm unterscheidet zwei Schutzklassen. Klasse 1 ist für Schweißverfahren und Situationen mit geringeren Gefährdungen vorgesehen, während Klasse 2 höhere Schutzanforderungen abdeckt.
Welche Schutzkleidung erforderlich ist, hängt vom eingesetzten Schweißverfahren und den konkreten Arbeitsbedingungen ab.
Verwandte Begriffe: Schutzkleidung · Multinorm-Kleidung · EN ISO 11612
Was regelt die EN 1149-5?
Die EN 1149-5 legt Leistungs- und Konstruktionsanforderungen an elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung fest. Sie ist für Einsatzbereiche relevant, in denen elektrostatische Entladungen eine Gefährdung darstellen können.
Entsprechende Schutzkleidung soll dazu beitragen, elektrostatische Aufladungen kontrolliert abzuleiten und dadurch zündfähige Entladungen zu vermeiden. Sie wird beispielsweise in bestimmten explosionsgefährdeten Arbeitsbereichen eingesetzt.
Die EN 1149-5 ist Teil der Normenreihe EN 1149 und wird bei Multinorm-Schutzkleidung häufig mit weiteren Schutzanforderungen kombiniert.
Verwandte Begriffe: Multinorm-Kleidung · Schutzkleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was bedeutet die IEC 61482-2 für Schutzkleidung?
Die IEC 61482-2 legt Anforderungen an Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens fest. Solche Schutzkleidung wird bei Arbeiten eingesetzt, bei denen das Risiko eines Störlichtbogens besteht.
Ein elektrischer Lichtbogen kann innerhalb sehr kurzer Zeit eine erhebliche thermische Energie freisetzen. Geeignete Schutzkleidung soll die Auswirkungen dieser thermischen Einwirkung auf den Körper reduzieren.
Die Schutzwirkung kann mithilfe verschiedener Prüfverfahren bewertet und gekennzeichnet werden. Welche Schutzkleidung erforderlich ist, muss anhand der möglichen Lichtbogengefährdung des jeweiligen Arbeitsplatzes bestimmt werden.
Verwandte Begriffe: Multinorm-Kleidung · Schutzkleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was regelt die EN 343 bei Wetterschutzkleidung?
Die EN 343 legt Anforderungen und Prüfverfahren für Schutzkleidung gegen Niederschlag wie Regen und Schnee sowie gegen Feuchtigkeit des Bodens fest. Sie ist insbesondere für Wetterschutzkleidung relevant, die bei Arbeiten im Freien eingesetzt wird.
Zentrale Eigenschaften sind der Wasserdurchgangswiderstand und der Wasserdampfdurchgangswiderstand. Sie geben Aufschluss darüber, wie gut die Kleidung vor eindringendem Wasser schützt und welchen Widerstand sie dem Transport von Wasserdampf entgegensetzt.
Die Kennzeichnung nach EN 343 ermöglicht es, die entsprechenden Leistungsstufen eines Kleidungsstücks einzuordnen.
Verwandte Begriffe: Wetterschutzkleidung · Wasserdichtigkeit · Atmungsaktivität
Was bedeutet die EN 14404 für Knieschutz?
Die EN 14404 legt Anforderungen und Prüfverfahren für Knieschutz bei Arbeiten in kniender Haltung fest. Sie ist beispielsweise für Tätigkeiten relevant, bei denen Beschäftigte regelmäßig auf harten oder unebenen Untergründen knien.
Die Norm unterscheidet verschiedene Typen von Knieschutz. Dazu gehören unter anderem Knieschutz, der unabhängig von anderer Kleidung am Bein befestigt wird, sowie Kniepolster, die in dafür vorgesehene Taschen einer Arbeitshose eingesetzt werden.
Zusätzlich werden unterschiedliche Leistungsstufen berücksichtigt, die sich nach den jeweiligen Einsatzbedingungen und Schutzanforderungen richten.
Verwandte Begriffe: Knieschutz · Arbeitskleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was regelt die EN ISO 13688 für Schutzkleidung?
Die EN ISO 13688 definiert allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung und bildet eine grundlegende Basis für zahlreiche spezifische Schutzkleidungsnormen. Sie behandelt übergreifende Anforderungen beispielsweise an Ergonomie, Unschädlichkeit, Größenkennzeichnung, Alterung, Kompatibilität und die vom Hersteller bereitzustellenden Informationen.
Die Norm beschreibt jedoch nicht allein eine konkrete Schutzwirkung gegen eine bestimmte Gefahr. Sie wird deshalb in der Regel zusammen mit einer spezifischen Norm angewendet, die die jeweilige Schutzfunktion festlegt.
Verwandte Begriffe: Schutzkleidung · Persönliche Schutzausrüstung (PSA) · EN ISO 20471 · EN ISO 11612
Was bedeutet die CE-Kennzeichnung bei Arbeits- und Schutzkleidung?
Die CE-Kennzeichnung zeigt bei Persönlicher Schutzausrüstung an, dass der Hersteller die Konformität des Produkts mit den einschlägigen europäischen Anforderungen erklärt. Bei Schutzkleidung ist hierfür insbesondere die europäische PSA-Verordnung (EU) 2016/425 relevant.
Die CE-Kennzeichnung ist daher kein Qualitätssiegel und keine Auszeichnung für besonders hochwertige Produkte. Sie dokumentiert vielmehr die Konformität mit den für das jeweilige Produkt geltenden gesetzlichen Anforderungen.
Je nach Risikokategorie der Persönlichen Schutzausrüstung gelten unterschiedliche Konformitätsbewertungsverfahren. Bei bestimmten PSA-Kategorien ist dabei eine notifizierte Stelle einzubeziehen.
Verwandte Begriffe: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) · Schutzkleidung · EN ISO 13688
MATERIALIEN & EIGENSCHAFTEN
Was ist CORDURA® und warum wird es für Arbeitskleidung verwendet?
CORDURA® ist eine Marke für besonders strapazierfähige Gewebe, die unter anderem bei Arbeits- und Funktionskleidung eingesetzt werden. CORDURA®-Gewebe sind auf eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischer Beanspruchung ausgelegt und eignen sich deshalb besonders für stark beanspruchte Bereiche von Arbeitskleidung.
Bei Arbeitshosen kann CORDURA® beispielsweise an Knien, Taschen oder anderen Bereichen eingesetzt werden, die im Arbeitsalltag einer erhöhten Reibung und Belastung ausgesetzt sind. Je nach Produkt kommen unterschiedliche CORDURA®-Gewebekonstruktionen und Fasermaterialien zum Einsatz.
CORDURA® bezeichnet somit nicht ein einzelnes Material, sondern eine Marke, unter der verschiedene Hochleistungsgewebe angeboten werden.
Verwandte Begriffe: Arbeitskleidung · Mischgewebe · Stretchgewebe · Knieschutz
Was ist TENCEL™ und welche Eigenschaften hat das Material?
TENCEL™ ist eine Marke des Faserherstellers Lenzing für bestimmte Cellulosefasern, insbesondere Lyocell- und Modalfasern. Die Fasern werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt und kommen unter anderem in Textilien und Bekleidung zum Einsatz.
TENCEL™ Lyocellfasern zeichnen sich unter anderem durch ein gutes Feuchtigkeitsmanagement und einen weichen Griff aus. In geeigneten Materialmischungen können sie dadurch zu einem angenehmen Tragegefühl beitragen.
Für Arbeits- und Berufsbekleidung können solche Fasern beispielsweise mit anderen Fasern kombiniert werden, um unterschiedliche Anforderungen an Komfort und Funktionalität miteinander zu verbinden.
Verwandte Begriffe: Mischgewebe · Berufsbekleidung · Funktionskleidung · Atmungsaktivität
Was ist Stretchgewebe?
Stretchgewebe ist ein dehnbares Gewebe, das sich bei Bewegung ausdehnen und anschließend weitgehend in seine ursprüngliche Form zurückkehren kann. Die Elastizität kann durch elastische Fasern wie Elastan, durch die Gewebekonstruktion oder durch eine Kombination verschiedener Materialien erreicht werden.
Bei Arbeitskleidung wird Stretchgewebe häufig eingesetzt, um die Bewegungsfreiheit und den Tragekomfort zu verbessern. Besonders bei Arbeitshosen können Stretchzonen beispielsweise im Knie-, Schritt- oder Gesäßbereich Bewegungsabläufe unterstützen.
Je nach Konstruktion kann sich ein Stretchgewebe in unterschiedliche Richtungen dehnen.
Verwandte Begriffe: 4-Wege-Stretch · Funktionskleidung · Mischgewebe · Arbeitskleidung
Was bedeutet 4-Wege-Stretch bei Arbeitskleidung?
4-Wege-Stretch bezeichnet ein elastisches Gewebe, das sich sowohl längs als auch quer dehnen kann und dadurch eine hohe Bewegungsfreiheit ermöglicht. Anders als Gewebe mit nur einer hauptsächlichen Dehnrichtung kann sich 4-Wege-Stretch somit in mehrere Richtungen an Bewegungen des Körpers anpassen.
Bei Arbeitskleidung wird 4-Wege-Stretch besonders dort eingesetzt, wo große oder häufige Bewegungen erforderlich sind. Arbeitshosen können dadurch beispielsweise beim Knien, Hocken, Bücken oder Steigen flexibler auf die Bewegungen des Trägers reagieren.
4-Wege-Stretch kann entweder großflächig oder gezielt in besonders bewegungsintensiven Bereichen eines Kleidungsstücks eingesetzt werden.
Verwandte Begriffe: Stretchgewebe · Arbeitskleidung · Funktionskleidung
Was ist Mischgewebe?
Mischgewebe ist ein Textilgewebe, das aus mindestens zwei unterschiedlichen Faserarten besteht, um deren jeweilige Eigenschaften miteinander zu kombinieren. Häufig werden beispielsweise Baumwolle und Polyester miteinander verarbeitet.
Bei Arbeitskleidung können Mischgewebe so ausgewählt werden, dass Eigenschaften wie Tragekomfort, Strapazierfähigkeit, Pflegeleichtigkeit oder Formbeständigkeit miteinander verbunden werden. Welche Eigenschaften tatsächlich entstehen, hängt unter anderem von den verwendeten Fasern, deren Mischungsverhältnis und der Konstruktion des Gewebes ab.
Es gibt daher nicht das eine Mischgewebe: Die Materialzusammensetzung wird entsprechend dem jeweiligen Einsatzzweck gewählt.
Verwandte Begriffe: Arbeitskleidung · Funktionskleidung · Stretchgewebe · TENCEL™
Was bedeutet Atmungsaktivität bei Arbeitskleidung?
Atmungsaktivität beschreibt bei Bekleidung die Fähigkeit eines Materials, Wasserdampf vom Körper nach außen transportieren zu können. Dadurch kann Feuchtigkeit, die beispielsweise beim Schwitzen entsteht, leichter aus dem Inneren der Kleidung entweichen.
Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten kann eine gute Atmungsaktivität zu einem angenehmeren Körperklima und höheren Tragekomfort beitragen. Wie atmungsaktiv ein Kleidungsstück tatsächlich ist, hängt jedoch nicht nur vom verwendeten Material ab, sondern beispielsweise auch von Membranen, Beschichtungen und dem gesamten Aufbau der Kleidung.
Bei Wetterschutzkleidung spielt das Verhältnis zwischen Schutz vor eindringendem Wasser und Wasserdampfdurchgang eine wichtige Rolle.
Verwandte Begriffe: Funktionskleidung · Wetterschutzkleidung · Wasserdichtigkeit · EN 343
Wann gilt Arbeitskleidung als wasserdicht?
Arbeitskleidung gilt als wasserdicht, wenn ihre Konstruktion das Eindringen von Wasser unter den dafür vorgesehenen Einsatzbedingungen verhindert und eine entsprechende Wasserdichtigkeit aufweist. Entscheidend sind dabei nicht nur das Obermaterial, sondern auch Nähte, Verschlüsse, Beschichtungen oder Membranen.
Wasserdichte Kleidung ist von wasserabweisender Kleidung zu unterscheiden. Wasserabweisende Materialien lassen Wasser für eine begrenzte Zeit abperlen, bieten jedoch nicht zwangsläufig dauerhaften Schutz vor stärkerem oder länger anhaltendem Regen.
Bei zertifizierter Schutzkleidung gegen Regen wird die Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Wasser unter anderem im Rahmen der EN 343 bewertet.
Verwandte Begriffe: Wetterschutzkleidung · EN 343 · Atmungsaktivität · Funktionskleidung
TEXTILVEREDELUNG
Was versteht man unter Textilveredelung?
Textilveredelung bezeichnet Verfahren, mit denen Textilien funktional oder optisch verändert beziehungsweise individualisiert werden. Bei Arbeits- und Berufsbekleidung wird der Begriff häufig für die nachträgliche Anbringung von Firmenlogos, Schriftzügen, Namen oder anderen Gestaltungselementen verwendet.
Zu den gängigen Verfahren zur Individualisierung zählen beispielsweise Stickerei, Transferdruck, Siebdruck und Digitaldruck. Welches Verfahren optimal ist, hängt vom Material, dem Motiv, der Stückzahl und dem Einsatzzweck ab. Bei zertifizierter Schutzkleidung (PSA) ist entscheidend, dass die Schutzfunktion durch die nachträgliche Anbringung von Logos nicht beeinträchtigt wird. So müssen beispielsweise zertifizierte Reflexmaterialien bei Warnschutzkleidung nach EN ISO 20471 verwendet werden und bei Membranjacken ist auf durchstichfreie Verfahren zu achten, damit die Dichtigkeit erhalten bleibt.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle: Modernste Veredelungen setzen auf umweltfreundliche Verfahren, wie den Einsatz von OEKO-TEX® zertifizierten Garnen und Druckfarben sowie wasserbasierten Farbsystemen.
Durch eine einheitliche Veredelung wird Berufsbekleidung zu professioneller Corporate Wear, die das Firmenimage stärkt, den Wiedererkennungswert und Vertrauensanker beim Kunden stärkt und das Wir-Gefühl im Team fördert.
Verwandte Begriffe: Stickerei · Textildruck · Logoveredelung · Corporate Wear
Wie funktioniert die Veredelung von Arbeitskleidung durch Stickerei?
Bei der Stickerei wird ein Motiv mithilfe von Garn direkt in das Textil eingestickt. Dafür wird beispielsweise ein Firmenlogo zunächst in eine für die Stickmaschine geeignete Stickdatei übertragen und anschließend mit Garn auf das Kleidungsstück aufgebracht.
Stickereien zeichnen sich durch eine hochwertige, plastische Optik aus. Sie sind sehr strapazierfähig, farbecht und halten auch hohen Waschtemperaturen stand Das Verfahren eignet sich beispielsweise für Poloshirts, Sweatshirts, Jacken oder andere ausreichend stabile Textilien.
Sehr kleine Details, feine Farbverläufe oder besonders dünne Materialien können die Umsetzung beeinflussen. Deshalb sollte das Veredelungsverfahren immer auf Textil und Motiv abgestimmt werden.
Verwandte Begriffe: Textilveredelung · Logoveredelung · Corporate Wear · Teamkleidung
Was ist Textildruck?
Textildruck bezeichnet verschiedene Verfahren, mit denen Motive, Logos oder Schriftzüge auf textile Oberflächen aufgebracht werden. Je nach Druckverfahren werden Farben oder andere Druckmedien direkt oder über ein Trägermaterial auf das Textil übertragen.
Zu den Textildruckverfahren zählen beispielsweise Transferdruck, Siebdruck und verschiedene digitale Druckverfahren. Die Verfahren unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Produktionsprozess, geeigneter Materialien, Detaildarstellung und Wirtschaftlichkeit bei unterschiedlichen Stückzahlen:
- Siebdruck: ideal für hohe Stückzahlen/robuste Baumwolle, hohe Farbverbindlichkeit durch Druck mit Volltonfarben z. B. PANTONE/RAL
- Transferdruck: stark bei Logos/Funktionsfasern, Druck mit Volltonfarben oder im 4 Farbsystem
- Digitaldruck: perfekt für fotorealistische Motive/Kleinauflagen, Druck im 4-Farbsystem
Die einzelnen Druckverfahren unterscheiden sich nicht nur in ihrer Ausführung, sondern auch in ihrem Griff z. B. hat man bei einem Direktdruck wie dem Siebdruck einen weichen Griff, da die Farbe direkt auf das Textil aufgebracht wird. Bei einem Transferdruck hat man einen spürbaren "Film", da hier nachträglich eine Folie auf das Textil aufgepresst wird.
Die Auswahl des geeigneten Textildruckverfahrens ist außerdem abhängig von dem gewünschten Einsatzbereich: Promotionshirts werden häufig nur selten getragen und es reicht wenn diese für die Haushaltswäsche mit 30–40 °C ausgelegt sind. Arbeitskleidung hingegen wird häufig stark beansprucht und muss Industriewäsche tauglich sein.
Welches Druckverfahren für Arbeitskleidung geeignet ist, hängt deshalb vom jeweiligen Kleidungsstück, dem gewünschten Motiv und den Anforderungen an die Nutzung und Pflege ab.
Verwandte Begriffe: Transferdruck · Siebdruck · Digitaldruck · Textilveredelung
Wie funktioniert Transferdruck auf Arbeitskleidung?
Beim Transferdruck wird ein Motiv zunächst auf ein Trägermaterial gedruckt und anschließend unter definierten Bedingungen auf das Textil übertragen. Je nach Transferverfahren kommen dabei beispielsweise Wärme und Druck zum Einsatz.
Transferverfahren ermöglichen die Darstellung von Logos, Schriftzügen und je nach Verfahren auch detailreichen oder mehrfarbigen Motiven. Sie werden deshalb häufig zur Individualisierung von Arbeits- und Teamkleidung eingesetzt.
Welcher Transfer geeignet ist, hängt unter anderem von Material, Motiv und den späteren Beanspruchungs- und Pflegebedingungen des Kleidungsstücks ab.
Transfers können auf Lager produziert und bei Bedarf spontan auf neue Kleidung gepresst werden.
Während herkömmliche Transfers meist nur bei 30°C waschbar sind, gibt es auch Spezial-Transfers die bis 60 °C, teils sogar 90 °C waschbar und tumplertauglich sind. Dadurch sind sie auch für den anspruchsvollen Workwear-Bereich optimal geeignet.
Verwandte Begriffe: Textildruck · Logoveredelung · Arbeitskleidung · Teamkleidung
Wie funktioniert Siebdruck auf Textilien?
Beim Siebdruck wird Druckfarbe mithilfe eines feinmaschigen Siebs und einer Schablone auf das Textil übertragen. Für die einzelnen Farben eines Motivs werden entsprechende Druckschritte vorbereitet.
Das Verfahren eignet sich insbesondere für klar definierte Motive. Es wird beispielsweise für Logos, Schriftzüge und grafische Elemente auf geeigneten Textilien eingesetzt. Da ein Siebdruck mit Vollton-Farben (z. B. Pantone/RAL) realisiert wird, können Firmenfarben exakt wiedergegeben werden, auch auf dunklen Stoffen.
Die Eignung des Siebdrucks hängt unter anderem von Material, Motiv, Farbanzahl und gewünschter Auflage ab. Auf Grund der Einrichtungskosten für Siebe/Schablonen jeder Farbe ist der Siebdruck bei kleinen Mengen meistens nicht wirtschaftlich. Bei großen Abnahmemengen dafür extrem günstig.
Verwandte Begriffe: Textildruck · Textilveredelung · Logoveredelung · Digitaldruck
Was ist Digitaldruck bei Textilien?
Digitaldruck bezeichnet Textildruckverfahren, bei denen ein digitales Motiv ohne klassische Druckschablonen verarbeitet und auf beziehungsweise in Verbindung mit dem Textil ausgegeben wird. Je nach Verfahren kann die Farbe direkt auf das Textil gedruckt oder über einen Zwischenschritt übertragen werden.
Digitale Verfahren eignen sich insbesondere für detailreiche, mehrfarbige Motive und können auch Farbverläufe oder komplexe Grafiken ermöglichen. Die konkrete Eignung hängt jedoch vom verwendeten Druckverfahren und vom Material des Kleidungsstücks ab. Für die Industriewäsche ist es oft nicht geeignet.
Digitaldruck ist damit keine einzelne Drucktechnik, sondern ein Oberbegriff für verschiedene digital gesteuerte Verfahren.
Verwandte Begriffe: Textildruck · Transferdruck · Siebdruck · Logoveredelung
Wie lässt sich Arbeitskleidung mit einem Firmenlogo veredeln?
Arbeitskleidung kann mit Firmenlogos, Schriftzügen oder Namen individualisiert werden, beispielsweise durch Stickerei, Transferdruck, Siebdruck oder digitale Druckverfahren. Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt von der Bekleidung, dem Material, dem Logo und den Anforderungen im Arbeitsalltag ab.
Verfahren | Besonders geeignet für | Vorteile / Besonderheiten | Zu beachten |
|---|---|---|---|
Stickerei | Logos, Schriftzüge und Namen auf Poloshirts, Sweatshirts, Jacken oder stabilen Textilien | Hochwertige, plastische Optik | Sehr feine Details und Farbverläufe sind nur eingeschränkt darstellbar |
Transferdruck | Logos, Schriftzüge sowie mehrfarbige und detailreiche Motive | Flexible Gestaltung und für viele Textilien und Motive einsetzbar | Eignung und Haltbarkeit hängen vom Transferverfahren, Textil und den Pflegebedingungen ab, bei falscher Pflege kann der Druck verblassen/reißen |
Siebdruck | Klare Motive, Logos und Schriftzüge, insbesondere bei größeren Stückzahlen | Gute Farbwiedergabe und bei größeren Auflagen häufig wirtschaftlich | Für jede Druckfarbe sind entsprechende Siebe und Produktionsschritte erforderlich |
Digitaldruck | Detailreiche, mehrfarbige Motive, Fotos und Farbverläufe | Hohe Detailgenauigkeit und keine klassischen Druckschablonen erforderlich | Nicht jedes digitale Druckverfahren eignet sich für jedes Textil oder Material |
Neben der technischen Eignung spielen auch die gewünschte Optik, Position und Größe des Logos sowie die Anzahl der zu veredelnden Kleidungsstücke eine Rolle. Häufig werden Firmenlogos beispielsweise auf Brust, Rücken, Ärmel oder Hosen aufgebracht.
Bei Warnkleidung (z. B. Reflexstreifen nach EN ISO 20471) oder PSA (Schutzbekleidung) ist bei der Auswahl des Veredelungsverfahrens zu beachten, dass die strengen Vorgaben zu Größe und Material der Bestickung und Bedruckung eingehalten werden, da sonst die Zertifizierung erlischt.
Eine einheitliche Logoveredelung unterstützt ein konsistentes Erscheinungsbild der Mitarbeitenden und kann die Wiedererkennbarkeit des Unternehmens nach außen erhöhen.
Verwandte Begriffe: Textilveredelung · Stickerei · Textildruck · Corporate Wear · Teamkleidung
HYGIENE & PFLEGE
Was versteht man unter Industriewäsche?
Industriewäsche bezeichnet die professionelle Aufbereitung von Textilien in gewerblichen Wäschereien unter definierten und kontrollierten Wasch- und Pflegebedingungen. Sie kommt unter anderem bei Arbeits-, Berufs- und Hygienebekleidung zum Einsatz, die regelmäßig und in größeren Mengen aufbereitet werden muss.
Industrielle Waschverfahren unterscheiden sich von der haushaltsüblichen Wäsche beispielsweise hinsichtlich der eingesetzten Verfahren, Waschprogramme, Temperaturen, Waschchemie und mechanischen Beanspruchung. Je nach Einsatzbereich können zudem besondere Anforderungen an Hygiene und Aufbereitung bestehen.
Damit Arbeitskleidung dauerhaft industriell aufbereitet werden kann, müssen Materialien, Verarbeitung und gegebenenfalls vorhandene Veredelungen für die entsprechenden Waschverfahren geeignet sein.
Verwandte Begriffe: Industriewäsche-Eignung · Hygienebekleidung · Arbeitskleidung · Textilveredelung
Welche Arbeitskleidung ist für die Industriewäsche geeignet?
Für die Industriewäsche eignet sich Arbeitskleidung, deren Materialien, Verarbeitung und Ausstattung für die Beanspruchungen professioneller Wasch- und Aufbereitungsverfahren ausgelegt sind. Ob ein Kleidungsstück industriell waschbar ist, sollte anhand der Herstellerangaben und Pflegekennzeichnung geprüft werden.
Neben dem Grundmaterial müssen beispielsweise Nähte, Verschlüsse, Reflexelemente und Veredelungen den vorgesehenen Aufbereitungsbedingungen standhalten. Besonders bei Schutzkleidung ist zusätzlich darauf zu achten, dass die erforderlichen Schutzfunktionen durch die sachgerechte Pflege erhalten bleiben.
Industriewäsche-Eignung bedeutet daher nicht lediglich, dass ein Kleidungsstück bei einer hohen Temperatur gewaschen werden kann. Entscheidend ist die Eignung des gesamten Kleidungsstücks für den vorgesehenen professionellen Aufbereitungsprozess.
Verwandte Begriffe: Industriewäsche · Arbeitskleidung · Schutzkleidung · Textilveredelung
Was ist Hygienebekleidung?
Hygienebekleidung ist Berufs- oder Arbeitskleidung, die in Bereichen mit besonderen Hygieneanforderungen eingesetzt wird und dazu beiträgt, hygienische Prozesse einzuhalten. Sie kommt beispielsweise in der Lebensmittelverarbeitung, Gastronomie oder anderen hygienisch sensiblen Arbeitsbereichen zum Einsatz.
Je nach Einsatzbereich können besondere Anforderungen an Gestaltung, Material, Wechselintervalle, Aufbewahrung und professionelle Aufbereitung der Kleidung bestehen. Ziel ist unter anderem, das Risiko einer Übertragung von Verunreinigungen über die Kleidung zu reduzieren.
Welche Hygienebekleidung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Tätigkeitsbereich und dem betrieblichen Hygienekonzept ab.
Verwandte Begriffe: HACCP · Industriewäsche · Berufsbekleidung · Arbeitskleidung
Was bedeutet HACCP bei Arbeits- und Hygienebekleidung?
HACCP steht für „Hazard Analysis and Critical Control Points“ und bezeichnet ein systematisches Konzept zur Erkennung, Bewertung und Beherrschung relevanter Gefahren im Umgang mit Lebensmitteln. Arbeits- und Hygienebekleidung kann dabei Bestandteil eines betrieblichen Hygienekonzepts sein.
In hygienisch sensiblen Bereichen kann geeignete Bekleidung dazu beitragen, Kontaminationsrisiken zu reduzieren. Dabei können beispielsweise die Gestaltung der Kleidung, der regelmäßige Kleidungswechsel, eine hygienische Aufbewahrung und eine geeignete Aufbereitung eine Rolle spielen.
HACCP ist jedoch keine Bekleidungsnorm und kein allgemeines Zertifikat für Arbeitskleidung. Welche Anforderungen an die Bekleidung gestellt werden, ergibt sich aus dem jeweiligen Hygienekonzept, der Gefahrenanalyse und den Anforderungen des konkreten Einsatzbereichs.
Verwandte Begriffe: Hygienebekleidung · Industriewäsche · Arbeitskleidung · Berufsbekleidung
BESCHAFFUNG & SERVICE
Was ist Textilleasing und wie funktioniert es?
Textilleasing bezeichnet ein Beschaffungs- und Servicemodell, bei dem Unternehmen Arbeits- oder Berufsbekleidung für einen vereinbarten Zeitraum nutzen, anstatt die Textilien selbst zu kaufen. Je nach Anbieter und Vertragsmodell können neben der Bereitstellung der Kleidung weitere Dienstleistungen enthalten sein.
Dazu können beispielsweise die regelmäßige professionelle Reinigung, Pflege, Reparatur, der Austausch verschlissener Kleidungsstücke sowie logistische Leistungen gehören. Die konkrete Ausgestaltung und Abrechnung richtet sich nach dem jeweiligen Leasing- beziehungsweise Servicevertrag.
Für Unternehmen kann Textilleasing insbesondere dann interessant sein, wenn neben der Bereitstellung der Bekleidung auch deren laufende Bewirtschaftung organisiert werden soll.
Verwandte Begriffe: Mietkleidung · Komplettservice für Arbeitskleidung · Industriewäsche · Mitarbeiterausstattung
Was versteht man unter Mietkleidung?
Mietkleidung bezeichnet Arbeits-, Berufs- oder Schutzkleidung, die einem Unternehmen beziehungsweise seinen Mitarbeitenden zur Nutzung überlassen wird, ohne dass die Kleidung vom Unternehmen gekauft werden muss. Die Textilien bleiben in der Regel Eigentum des jeweiligen Dienstleisters.
Je nach Mietmodell können zusätzliche Leistungen wie Reinigung, Pflege, Reparatur, Austausch oder Lieferung Bestandteil des Services sein. Die Kleidung kann dabei auf die Anforderungen einzelner Tätigkeiten und Mitarbeitender abgestimmt werden.
Die Begriffe Mietkleidung und Textilleasing werden in der Praxis teilweise ähnlich oder synonym verwendet. Welche Leistungen tatsächlich enthalten sind, hängt vom jeweiligen Anbieter und Vertragsmodell ab.
Verwandte Begriffe: Textilleasing · Komplettservice für Arbeitskleidung · Industriewäsche · Mitarbeiterausstattung
Was beinhaltet ein Komplettservice für Arbeitskleidung?
Ein Komplettservice für Arbeitskleidung bündelt verschiedene Leistungen rund um Auswahl, Beschaffung, Bereitstellung und laufende Verwaltung von Mitarbeiterbekleidung. Ziel ist es, möglichst viele organisatorische Schritte der textilen Ausstattung zentral abzuwickeln.
Je nach Dienstleister kann ein solcher Service beispielsweise folgende Leistungen umfassen:
- Beratung und Auswahl geeigneter Arbeitskleidung
- Größenermittlung und individuelle Mitarbeiterausstattung
- Veredelung mit Firmenlogo oder Namen
- Bestell- und Nachbestellmöglichkeiten
- Lagerhaltung und Logistik
- professionelle Reinigung und Pflege
- Reparatur oder Austausch von Kleidungsstücken
Welche Leistungen enthalten sind, richtet sich nach dem jeweiligen Servicekonzept und den Anforderungen des Unternehmens.
Verwandte Begriffe: Mitarbeiterausstattung · Nachbestellservice · Textilleasing · Textilveredelung · Industriewäsche
Wie können Unternehmen ihre Mitarbeitenden einheitlich mit Arbeitskleidung ausstatten?
Unternehmen können ihre Mitarbeitenden über ein zentral organisiertes Bekleidungskonzept einheitlich mit Arbeits- oder Berufsbekleidung ausstatten. Dabei werden beispielsweise Tätigkeitsbereiche, benötigte Kleidungsstücke, Größen, Mengen und Anforderungen an Funktion oder Schutz berücksichtigt.
In einem ersten Schritt kann ein einheitliches Bekleidungssortiment für verschiedene Mitarbeitergruppen definiert werden. Anschließend werden die benötigten Größen und Ausstattungsmengen je Person festgelegt. Durch Farben, Schnitte und eine individuelle Logoveredelung lässt sich die Bekleidung zusätzlich an das Corporate Design des Unternehmens anpassen.
Digitale Bestellmöglichkeiten, definierte Mitarbeiterbudgets oder ein zentraler Nachbestellservice können die laufende Verwaltung der Ausstattung erleichtern.
Verwandte Begriffe: Corporate Wear · Teamkleidung · Logoveredelung · Nachbestellservice · Komplettservice für Arbeitskleidung
Wie funktioniert die Nachbestellung von Arbeitskleidung?
Ein Nachbestellservice ermöglicht Unternehmen, bereits definierte Arbeits- und Berufsbekleidung bei zusätzlichem Bedarf erneut zu bestellen. Dadurch können beispielsweise neue Mitarbeitende ausgestattet oder verschlissene, beschädigte beziehungsweise zusätzlich benötigte Kleidungsstücke ersetzt oder ergänzt werden.
Für eine effiziente Nachbestellung können zuvor festgelegte Sortimente, Größen, Veredelungen und Mitarbeiterzuordnungen hinterlegt werden. Je nach Anbieter erfolgt die Bestellung beispielsweise über einen persönlichen Ansprechpartner, ein digitales Bestellsystem oder einen unternehmensspezifischen Onlineshop.
Ein strukturiertes Nachbestellsystem unterstützt Unternehmen dabei, ihre Bekleidungsausstattung langfristig einheitlich zu halten und den administrativen Aufwand bei wiederkehrenden Bestellungen zu reduzieren.
Verwandte Begriffe: Mitarbeiterausstattung · Komplettservice für Arbeitskleidung · Corporate Wear · Logoveredelung

